Sonntag, 22. November 2009

30.10.2009, HRP - Berge hinter Eyne (Orri de Baix) über Col de Noufonts bis Refugi D'Ulldeter

Kurzabriss:
Aus dem Tal hinter Eyne hinauf bis zum Col de Eyne und dann immer der Französisch/Spanischen-Grenze entlang über die verschiedenen Gipfel und dann wieder hinab bis zum Refugi D'Ulldeter.

Heute sollte einer der anstrengendsten Tage bevorstehen. In Höhenmetern gemessen lag heute der höchste Aufstieg und tiefste Abstieg bevor.

Die Nacht war ruhig und ich habe gut geschlafen. Nach dem Frühstück habe ich meine Eisausrüstung Griffbereit gepackt. Der Eispickel kam an die Seite des Rucksacks und die Steigeisen oben auf den Rucksack und wurden vom Rucksackdeckel eingeklemmt. Nach dem Zusammenpacken des Zeltes war ich um 08:00 Uhr bereits unterwegs hinauf zum Col de Eyne, den kleinen Fluss zu meiner Linken.


Blick hinauf zum Coll de Eyne in der Ferne.

Der Aufstieg hoch zum Coll de Eyne ist anfangs sehr einfach, der Pfad ist sehr gut ausgetreten und einfach zu laufen. Zwar überwindet der Pfad reichlich Höhenmeter aber wird noch nicht viel schwerer.


Weiter oben am Pfad

Der Schnee wurde dichter und einige hundert Meter vor dem Coll de Eyne lag eine geschlossene Schneedecke. Der Schnee war komplett vereist und dementsprechend steinhart. Keine Chance mit den Stiefeln auch nur eine Kerbe ins Eis zu treten. Aber für den Zweck habe ich ja die Steigeisen dabei. Leider war hier auch der Moment bei dem ich vergaß die Kamera umzustellen, daher sind die folgenden Bilde oft etwas Mau.

Steigeisen angelegt, Eispickel in der bergseitigen Hand und weiter hinauf.


Lowa Tibet GTX mit Grivel Air Tech Steigeisen (New Classic Bindung)

Mit den Steigeisen ist der Aufstieg einfach, nach gut 20 Minuten bin ich oben am Coll de Eyne. Schöne Gelegenheit für eine kurze Pause und einem Blick über die Landschaft. Dann gehts weiter Richtung Pic de Noufonts, dem höchsten Punkt der heutigen Tour mit 2861m.



Eyne, Nuria? Nö - Pic du Noufonts :)


Unterwegs treffe ich zwei "Trailrunner" die in Richtung Nuria "joggen". Auch nicht schlecht :-).


Der Pfad immer dem Bergrücken entlang, der Grenzlinie zwischen Spanien und Frankreich folgend.

Der Pfad ist bis auf einige Schneefelder sehr einfach zu gehen, hier und da gehe ich Umwege um Schnee zu vermeiden und anderswo benutze ich die Steigeisen. Ein paar Eindrücke von der Landschaft









Hier ist der Pfad zu sehen, teils mit Schnee bedeckt. In der Mittagssonne wird der Schnee allerdings weich und lässt sich einfach passieren.


Nachbargipfel


Wieder mit erkennbarem Pfad

Auch hier oben ist wieder alles voller Grashüpfern. Teilweise Sonnen sich die richtig großen Exemplare auf den Felsen.


Krabbler

Dann kam einer der Höhepunkte des Tages. Ein Adler flog mir über den Weg, er segelte mir kurz vor dem Coll de No Creux über den Weg. Aus der ferne wirkte es wie eine "fliegende Tür", um die größe des Tieres zu beschreiben. Leider fehlte mir die Brennweite um den Vogel zu fotografieren und zusätzlich hatte ich immer noch die falsche Einstellung drin. Aber man tut was man kann:





Vergrößerter Ausschnitt aus einem anderen Bild

Kurze Zeit später erreichte ich das Coll de No Creux, es trägt den Namen weil sich dort neun stählerne Kreuze befinden, teilweise mit der Katalanischen Flagge verziert.


Coll de No Creux






Blick über Etang Bleu und Etang Noir


Mein Pfad

Auf der anderen Seite des Bergrückens lag noch sehr viel Schnee. Aufgrund der Schattenlage war dieser auch am frühen Nachmittag noch komplett vereist. Also wurde für den Abstieg noch einmal die Eisausrüstung benötigt.

Der Pfad führte nach dem Abstieg weiter ins Tal. An einem Wegweise, der wieder einmal durch Vandalismus beschädigt worden war, war noch ein Hinweis auf mein Tagesziel zu erkennen, dem Refugi D'Ulldeter.



Das letzte Stück des Pfades führte durch ein Skigebiet, an dem das Refugi liegt. Gegen 16:00 Uhr hatte ich das Refugi erreicht. Ich hatte eigentlich erwartet dort in den Winterräumen zu schlafen, aber am Wochenende war das Refugi noch geöffnet.

Der Hüttenwird sprach etwas Englisch, also war die Verständigung kein Problem, ich entschied mich für die "Halbpension" mit Abendessen und Frühstück für 38 €. Wollte mal testen wie das Essen hier oben ist. Erstmal bestellte ich mir aber eine Cola und einen Tee und entspannt mich etwas auf der Hütte. Ich war alleine in einem 6-Bett Zimmer und hatte genug Platz. Die warme Dusche (2€)  war super :).

Zum Abendessen gab es als Vorspeise Suppe mit Brot, einen Salat und als Hauptgericht dann eine komische Spanische Wurst mit dicken Bohnen und Sauce. Die Wurst war etwas seltsam und hatte teilweise harte Stücke, das war nicht so meines, der Rest war sehr gut.

Abends kamen noch zwei weitere Spanier, die ihr Wochenende hier verbringen wollten. Die beiden wollten Downhill-Mountainbike fahren. Auch cool!

Den restlichen Abend nutzte ich dafür etwas zu lesen und mich zu erholen. Das Buch war dann auch ausgelesen und ich ließ es im Refugi zurück, der Hüttenwirt stellte es zu den anderen Büchern.

Wenn also jemand im Refugi D'Ulldeter das Buch "Tom Clancy - Clear and Present Danger" sieht - das habe ich dort zurückgelassen :-)

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