Sonntag, 15. November 2009

29.10.2009, HRP - Barrage des Bouillouses bis Berge hinter Eyne

Kurzabriss:

Von Barrage des Bouillouses durch die Skigebiete und Wälder im Tal, durch den kleinen Ort Bolquere in dem ich einkaufen will bis Eyne und dann hinauf in die Berge um in der Nähe von dem kleinen Verschlag "Orri de Baix" zu Übernachten.


Morgens um 07:30 startete der neue Tag. Also relativ spät, aber die Tagesetappe heute sollte kurz werden und es gibt auch keine großen Höhenmeter zu überwinden. Also noch genug Zeit für ein Frühstück.

In der Gite d'Etape gibt es für 4,50 € ein einfaches Frühstücksbuffet. Allerdings ist der Kaffee ausgezeichnet! Aber irgendwie fehlt jemand zum Kaffeetrinken ;-). Ansonsten gibts Toast, eine Müsli, Saft, Milch und das war es eigentlich. Also eher minimalistisch, aber gibt alles ganz gut Energie für den morgen.

Sachen gepackt und los. Im Ort stehen morgens überall Pferde herum und fressen... Müll und gucken einen dabei komisch an.


Der Ferd der hat fier Beiner...


Die erste halbe Stunde des Tages ist ganz interessant, der Pfad führt durch Wälder und über Wiesen und ist - verglichen zu den Vortagen - ein wunderbarer Spaziergang auf sanftem, recht ebenen Untergrund.


Pfad mit gelben Wegmarken


Etwas später trifft der Pfad (derzeit bewege ich mich auf dem GR10) auf den See "Estany de la Pradella". Ein schöner See, aber ab hier ist der Pfad nichtmehr so interessant, es ist jetzt mehr eine Schotterstraße.


Estany de la Pradella


Interessanterweise fliegt öfters ein Hubschrauber über mich Hinweg. Ich habe jetzt noch nicht nach dem Typ geschaut, aber sieht nach Militär aus? Hat jemand eine Idee?


Um was für ein Typ handelt es sich? Wer weiß es?


Mein Pfad ist gleichzeitig eine Mountainbikestrecke. Allerdings mit Gemeinheiten. An einer Stelle ist ein Weidezaun über den Pfad gespannt, Warnschilder sind anscheinend dem Vandalismus zum Opfer gefallen, also eine echt gefährliche Stelle für jemanden der den Berg hinunterkommt und bei ungünstigen Lichtverhältnissen die Drähte des Zaunes nicht sieht.

Wie erwähnt gibt es hier reichlich Skipisten und Skigebiete. Allerdings tragen diese nicht gerade zur Verschönerung der Landschaft bei.


Skipiste


Gerade alles was noch zur Skipiste dazugehört, Zufahrten für "Pflege", Entwässerung, Kabel und Rohre für Schneekanonen sorgt für eine Landschaftsverschandelung. Und auf einem Knöcheltief verschlammten Weg läuft es sich auch schlecht.


Der Schlammweg


Das Stück war dann aber auch bald geschafft und langsam ging es in besiedeltes Gebiet: Bolquere. Mitten im Ort befindet sich ein kleiner, aber sehr netter Laden. Vorräte aufgefrischt, frisches Obst zum sofortigen Verzehr, neue Batterien für das Garmin GPS gekauft. Leider habe ich keine Kerzen gefunden, das wäre für Hütten abends praktisch gewesen. In Schottland hatte ich immer welche dabei, daran habe ich dieses mal nicht gedacht.


Der Pfad nach Eyne, 15 Minuten vor dem Ort


Am frühen Nachmittag gegen 13:00 Uhr erreiche ich Eyne. Der alte Ortskern selbst ist sehr schön und besteht als sehr alten Gebäuden. Hier und da gibt es Brunnen mit Trinkwasser.


Eyne, kurz vorm Ortskern


Die Straße der ich folge ist gesäumt von Uralten Bäumen, vermutlich deutlich über 100 Jahre alt.


Uralte Bäume am Ortsausgang


Leider biege ich einen Weg zu früh ab und laufe 15 Minuten den falschen Weg hoch. Irgendwann ist der Weg einfach zuende und dann bemerke ich auch den Fehler. Also umgedreht, zurück und dann auch die Wegmarken wiedergefunden.

Der richtige Pfad führt leicht ansteigend durch das Tal "Vallée D'Eyne" und ist in sehr gutem Zustand und leicht zu gehen. Mir kommen relativ viele Menschen entgegen, unter anderem auch mehrere Jäger die mit Gewehr aus den Bergen kommen. Ein ältere, weißbärtiger Wanderer fragt mich etwas auf Französisch, ich verstehe nur "Pic du Nufonts". Er bemerkt das ich ihn nicht verstehe und fragt "Crampon"? Da verstehe ich was er meint, da das Wort im englischen Identisch ist, er wollte wissen ob ich Steigeisen dabei habe. Nach eifrigem genicke und beidseitigem "aah!" geht jeder seines Weges. Allerdings weiß ich jetzt was mich morgen erwartet. Eis.

Neben dem Weg fällt mir eine stählerne Rinne auf. Wasser fließt mit hoher Geschwindigkeit hindurch. Komisch, wozu? Frischwasserversorgung? Transport von irgendetwas mithilfe der Kraft des Wassers durch die glatte Rinne?


Fluß in Stahlrinne


Etwas weiter oben wird der Pfad etwas rauher. Aber immer noch gut zu laufen, mittlerweile bin ich wieder knapp über 2000m Höhe.



Schließlich öffnet sich das Tal etwas und links und rechts befindet sich kurzes grünes Gras. Am Orri de Baix, einer primitiven Schutzhütte finde ich einen guten Platz zum Zelten. Die Hütte selbst ist nicht so angenehm wie ein Zelt, innen ist viel Ratten/Mäusekot auf den Steinen und nachdem ich den dritten pelzigen Nager gesehen habe, bin ich schnell wieder raus und habe mein Zelt aufgebaut.

Ein früher Feierabend, aber ganz entspannt und erholsam. Das Wasser im Fluss unten macht nicht den besten Eindruck und ich nutze die Chlortabletten, besser als mir jetzt noch was einzufangen, da es doch recht viele "Spuren" von Rindern und Pferden gibt.

Ich lese noch lange beim verbleibenden Tageslicht und beobachte die Leute die von Oben aus dem Tal herunterkommen und ziehe mich im dunkeln ins Zelt zurück.