Samstag, 14. November 2009

27.10.2009, HRP - Etang de Cuart über l'Hospitalet près l'Andorre bis Coll de Coma d'Anyell

Nach einer Nacht auf nicht unbedingt ebenem Grund (ich hatte mich abends einmal 180° im Zelt gedreht, da die Lage unbequem wurde und ich nun mit den Füßen "bergab" lag) ging es morgens frisch nach dem Frühstück weiter. Die Nacht war wieder recht kalt gewesen und Rauhreif und dünnes Eis bedeckte das Gras und die kleinen Wasserflächen.

Den Tag habe ich heute etwas früher gestartet um etwas Strecke rauszuholen. Um 07:45 war ich unterwegs.

Erstes kleines Hindernis: Couillade de Pédourrés. Da ich aber kurz davor gezeltet habe ist es nur ein 5 Minütiger aufstieg. Von hier gibt es einen schönen Blick über den Weg der nächsten Stunden:


Blick in das Tal von l'Hospitalet


Der Pfad ist, bis auf etwas rutschigem Schlamm gut zu laufen. Schon bald bin ich auf Höhe des Etang de Pedoures. Auch dieser See ist über Rohrleitungen und Schächte mit anderen Seen verbunden. Eine vergitterer Eingang am Berg in dem ein riesiger Schieber zu sehen ist verkündet das. Am anderen Ende des Sees gibt es einen kleinen Damm. Wie bekommt man hier oben eigentlich den Zement hin? Hier und da gibt es am Ufer Befestigungen und Betonreste.


Etang de Pedoures, Blick Richtung SE


Irgendwann wird das Bergab-gehen sehr anstrengend und belastet stark die Beine. Ab und zu kommen mir auch andere Wanderer entgegen. Mittlerweile brennt die Sonne wieder massiv vom Himmel und ich muss meinen Kopf mit dem Buff vor der Sonne schützen.

Hinter dem nächsten See, ebenfalls mit Damm, kommt l'Hospitalet langsam in Sicht.


Gegenverkehr!


In l'Hospitalet steht ein Wasserkraftwerk. An den hängen befinden sich Mannsdicke Pipelines die ca 500m Niveauunterschied überwinden. Der Wasserdruck bei 500 Höhenmetern muss enorm sein.


Pipeline bei l'Hospitalet près l'Andorre


Unter 2000m Höhe wird die Vegetation langsam wieder dichter. Nun führt der Pfad durch einen schönen herbstfarbenen Laubwald.


Herbst


Gute Gelegenheit für eine Pause.


Mein Rucksack mit Zelt an der Seite, ich habe es nur 4 Nächte gebraucht.


Der Pfad führt noch unter der Pipeline durch, sie scheint aktuell nicht in Betrieb zu sein, beim anstoßen mit einem Stock "klingt" sie leer. Kurze Zeit später ist l'Hospitalet près l'Andorre komplett in Sicht. Der Ort ist nicht unbedingt schön, das Tal durch die Straße und Schiene zerschnitten.


l'Hospitalet près l'Andorre



Inkl. Zug



Im Ort steht eine Gite d'Etape, eine Jugendherberge. Eigentlich wollte ich die letzte Nacht hier verbringen, dafür war die Strecke aber zu weit. Es ist gut 11 als ich im Ort ankomme. Leider finde ich den im Cicerone-Guide erwähnten Laden für Lebensmittel nicht, also frage ich im Gite nach. Die Frau dort sprach sogar deutsch, schön einmal wieder Deutsch sprechen zu können. Der Laden hat die gesamte Woche geschlossen, aber glücklicherweise konnte sie mir alles für wenig Geld verkaufen was ich brauchte:


  • Müsli

  • Energie-Riegel und Kekse

  • Schokolade

  • Dünne Spaghettini und eine Sauce

  • frisches Obst zum sofortigen Verzehr

  • Ein großes leckeres Stück Salami



  • Eine nette Pause mit Rückmeldung in die Heimat später geht es weiter. Auf der anderen Seite des Tals führt der Pfad wieder hinauf, ich muss die Höhenmeter die ich abgestiegen bin komplett wieder aufsteigen.


    GR107



    Weiter oben wird der Pfad schmaler, er schlängelt sich zick-zack den Berg hinauf, meistens geht es links sehr sehr steil hinab.


    Blick ins Tal in Richtung Ax-Les-Thermes


    Und weiter hoch...


    GR Wegmarke


    Nach rund 500 Höhenmetern wird der Pfad eben und sehr gut ausgebaut. Links tauchen alte Betonstrukturen auf, es sieht aus wie Bunker zur Aufbewahrung von irgendwas. Die Bunker sind von oben mit schweren Stahlklappen verschlossen. Die, die offen sind, sind mit Müll gefüllt. Etwas weiter stehen zwei-drei verschlossene Gebäude sowie Schienenreste:


    Schienenreste am Berg - eine alte Mine oder Reste der Bauarbeiten für die Pipelines zum Wasserkraftwerk im Tal?


    Etwas weiter stehen schwere Betonfundamente. Vermutlich für Stahltürme? Eventuell doch was ganz anderes - Funkmasten? Eventuell diente alles auch der Unterstützung beim Bau des Staudamms beim Etang de Bèsines.


    Fundamente


    Der Pfad ist über ein paar Kilometer excellent.


    Auf dem Weg hinauf - in der Ferne sieht man den Pass der gequert werden muss.


    Am Etang de Bèsines läd die Umgebung zu einer kurzen Pause ein.


    Etang de Bèsines


    Kurz vor drei kommt der letzte Anstieg vor dem Refuge de Bèsines, vorbei an einer kleinen Cabana. Hier noch der Blick zurück über den schönen See:


    Blick über das Refuge de Bèsines und den Zufluss


    Oben am Refuge lege ich eine längere Pause ein und lüfte Schlafsack und alles was in irgendeiner Form Klamm oder feucht ist in der Sonne durch.


    Refuge de Bèsines


    Von dort gibt es auch eine gute Sicht. Da es noch nicht zu spät ist, mache ich mich noch einmal auf den Weg höher hinauf. Laut Cicerone-Guide soll es dort oben noch gute Zeltplätze geben. Da das Wetter konstant super ist, mache ich mich auf den Weg.


    Blick zum Col de Coume d'Agnel


    Gegen 17:30 erreiche ich einen wunderschönen (Namenlosen?) flachen Gebirgssee, nur gut 100m unterhalb des Passes "Col de Coume d'Agnel"


    Gebirgssee vor dem Col de Coume d'Agnel


    Also in Ruhe im Abendlicht das Zelt aufgestellt. Nachdem alles stand und das Abendessen köchelte habe ich ein halbes Bad im See genommen. Das Wasser war absolut eiskalt - uuurgh! Der Abfluss aus dem See war interessant, das Wasser verschwand erst unter Felsen und gurgelte dann unter der Wiese lang, unter mit Gras überwachsenen Felsen.


    Mein Zelt in der Abendsonne. Der Schlafsack lüftet gerade aus.

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