Montag, 6. Juli 2009

Der Geist von Sandwood Bay

Im September schrieb ich etwas über den Geist von Sandwood Bay. Dazu habe ich während meiner Tour durch Zufälle noch einiges herausfinden können.

Und zwar gab es diesen "Geist" wirklich, es handelte sich um James McRory-Smith, der als Einsiedler für 30 Jahre in Strath Chailleach lebte. In der Bothy befindet sich ein Büchlein mit einer Biografie dieses Interessanten Menschen. Es handelt sich um eine traurige Geschichte, Smith wurde zum Einsiedler, nachdem er seine Frau verloren hatte und scheinbar den halt verloren hatte und durch Schottland zog.

Das er dann gerade Strathchailleach als Heimatort wählte, ist schon außergewöhnlich. Bis zur nächsten Einkaufsmöglichkeit sind es gut 20km Fußmarsch. Die Winter sind kalt und die Stürme heftig. Er musste jeden Tag losziehen und Torf stechen um diesen zu trocken und dann als Brennstoff für das Feuer nutzen zu können.

Bis heute sieht man die Spuren die McRory Smith in der Bothy hinterlassen hat. Unter anderem diverse Wandmalereien, wie auf diesem Bild zu sehen:


Wandmalereien in Strathchailleach



Er versorgte sich mit dem was er finden konnte und angeblich wilderte er sich ab und zu ein Schaf oder Wild mit seinem alten Enfield .303 Gewehr. (Das Gewehr ist bis heute nicht bestätigt, niemand hat es je gefunden).

Unter anderem Sammelte er Treibgut am Strand von Sandwood Bay, dies dann früh morgens, daher gab es Berichte über die Sichtung "einer seltsamen Gestalt" an Sandwood Bay die durch den Nebel zieht. Angeblich soll er ab und zu einsame Camper zu Tode erschrocken haben, als er dabei erwischt wurde wie er durch die Rucksäcke nach verwertbaren Vorräten suchte.

Die Bothy konnte weiterhin von Wanderern aufgesucht werden, ob McRory Smith einen hinein ließ war aber mehr von seiner Laune oder den Mitbringseln abhängig. Wenn er sich gestört fühlte, soll er auch schon mal die Wanderer laut fluchen davongejagt haben oder andere male standen die Besucher vor verschlossener Tür.


Bei einem Sturm stürzten Teile der Bothy schließlich ein, das war dann auch ein Zeitpunkt, an dem er dann die Bothy aus gesundheitlichen Gründen verlassen musste. Er lebte dann in einem Wohnwagen am alten Hafen von Kinlochbervie und starb kurze Zeit später. Die Bothy wurde von der Mountain Bothy Association wieder hergerichtet und kann heute wieder als Anlaufpunkt auf dem Weg nach Cape Wrath und Kearvaig genutzt werden.

Bei Gesprächen in Kinlochbervie wurde er kurz als "He was a character" beschrieben. Grob übersetzt "Komischer Kauz" oder eher "Charakterkopf".

Kommentare:

wooki hat gesagt…

hallo - hab deinen Blog durch Zufall entdeckt. Schön geschrieben und gute Fotos.

Mike hat gesagt…

Hallo wooki, danke für deinen lieben Kommentar! Bin mit dem Schreiben allerdings derzeit etwas im Rückstand, bald gibts wieder Updates.