Donnerstag, 25. Juni 2009

Mistwetter! Tag 1, 18.09.2008

Los gehts! Morgens wurde ich bereits um kurz nach 6 durch meine Gastgeber Christian und Anita aus dem Bett geworfen, aber das passt ganz gut um die Ausrüstung ein letztes mal durchzuchecken. Alles beisammen - sehr gut. Die Lebensmittel nehmen diesmal mehr Platz und Gewicht ein als bei der letzten Tour, dafür ist die Sommerausrüstung leichter - mit Wasser und Nahrung für 6 Tage gut 21 kg. Alles fest verpackt, die erste Karte gleich in die Brusttasche der Jacke, Akkus vom GPS kontrolliert, Kameraakkus noch einmal getestet - kann losgehen!

Ein Blick aus dem Fenster verheisst nichts gutes, grauer Himmel, konstanter Regen. Ein kurzer Blick auf den Wetterbericht, heute Regen, die nächsten Tage Wechselhaftes Wetter. Temperaturen knapp über 10 °C. Schietwetter!

Zwei Stunden Zeit bis der Bus nach Ullapool kommt. Also noch in Ruhe Müsli gefrühstückt, im Dorfladen noch eine Flasche köstliches Schoko-Friji genossen. Schließlich kommt der Bus, inzwischen regnet es in strömen und ich hoffe das es an der Westküste besser aussieht. Bei der gut einstündigen Fahrt geht es durchs grau der Wolken in den Highlands einmal quer über die Insel.


Am Startpunkt angekommen steige ich aus und lege im Fährterminal ersteinmal die komplette Regenmontur an. Der Nässeschutz vom Rucksack machte jetzt schon einen schlechten Eindruck, aber man musste ja erstmal schauen. Der erste Kilometer führte mich mitten durch das schöne Ullapool, leider waren die Bürgersteige aufgrund der Uhrzeit und des Wetters quasi hochgeklappt. Daher ging es direkt zur Strecke - eine Straße die den Ullapool River hoch zum Loch Achall.


Schlammiger Weg hoch zum Loch Achill



Weiter ging es über den Ullapool River, entlang verschiedener Farm-Estates am Loch Achill entlang. Die Landschaft war schön, nur das Wetter ließ immer noch zu wünschen übrig - Dauerregen!

Der Blick zurück über Loch Achill


Ab und zu kamen mir auch noch Fahrzeuge entgegen, aber die Gegend wurde einsamer und das Tal enger. Zu meiner rechten fließt der Ullapool River und zu meiner Linken erheben sich hohe Steilwände. Die Steigungen werden langsam auch steiler und die Black Ice Trekkingstöcke kommen das erste mal zum Einsatz. Und wie gemütlich es sich mit vier Beinen auf einmal läuft :)

Folge der Straße...


Nach gut 10 Kilometern ist die letzte Farm auch hinter mir gelassen. Jetzt geht es hoch hinaus zum Loch an Daimh, vorbei an der Bothy "Knockdamph" - Kilometer 18. Heute ist einer der letzten Tage an denen die Bothy geöffnet ist, denn in kürze beginnt auch hier die Jagdsaison und hunderte Jagdtouristen ballern sich durch die übertrieben großen Wildbestände. Allerdings ist es gerade einmal 15:00 - noch zu früh zum Lagern. Also weiter - ist gibt schließlich noch kleine Herausforderungen!

Wie eine Flußquerung


Die Flußquerung war unproblematisch. Zwar führte der Bach deutlich mehr Wasser als bei anderen Reiseberichten und Fotos aber die Stelle war breit und flach - die Strömung war auch nur schwach. Also Stiefel aus, Sandalen an und durch!

Inzwischen war wieder etwas Zeit vergangen und die Müdigkeit griff auch langsam um sich. Noch 3 km über einen Weg, Schafwiesen zum geplanten Lagerplatz.

Achtung, Schafköttel!


Am geplanten Lagerplatz, der Ruine der Bothy "Duag Bridge" überraschte mich eine komplett neue, perfekten gepflegten Hütte. Die Bothy wurde neu aufgebaut und hieß "The Schoolhouse" - perfekt! Also erstmal Essen gekocht und entspannt.


Schottland September 2008



Die Nacht verbrachte ich allein, es kamen keine weiteren Besucher. Draußen regnete es immer mal wieder, Frischwasser gab es in Hülle und Fülle in der näheren Umgebung - also eigentlich perfekte Vorraussetzungen für eine erholsame Nacht.

Die hatte ich dann auch :-)

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