Samstag, 4. Oktober 2008

Wieder in Deutschland

Endlich wieder in einem Land in dem die Leute auf der "richtigen" Straßenseite fahren ;-)

Bilder und Etappenberichte kommen in der nächsten Zeit.

Mittwoch, 17. September 2008

Erste Etappe geschafft

Bin jetzt schonmal in Strathpeffer angekommen. Am nervigsten war wohl die Zugfahrt von Edinburgh hier hoch. Ich frag mich immer noch warum die im Zug die Klimaanlage laufen hatten - bei 14 Grad Lufttemperatur.

Edinburgh ist schonmal eine wunderschoene Stadt. Jetzt wird der Rucksack erstmal fuer die Tour vorbereitet. Mein Bus faehrt morgen frueh 8.33 Ortszeit und dann bin ich gut 50 Minuten spaeter am Ausgangspunkt meiner Tour.

In zwei Wochen hab ich dann auch wieder Umlaute.

Jetzt gehts los...

Rucksack ist gepackt, Handgepäck ebenfalls - es kann losgehen.

In 20 Minuten gehts los zur Straßenbahn in Richtung Flughafen. Heute abend habe ich dann einige Hundert Kilometer mit Straßenbahn, Flugzeug, Bus, Bahn und Taxi zurückgelegt. Ich denke ich bin um 19:00 am ersten Zielort.

Wird ein langer Tag, bin aber schon irgendwie hibbelig geworden und gehe ein letztes mal die Packliste durch...

Montag, 15. September 2008

Schottland & Legenden: Sandwood Bay

Natürlich gibt es zu einer geschichtlich so spannenden Region wie den Highlands natürlich auch reichlich Spuckgeschichten und Legenden. Eine davon betrifft auch einen Ort, wo ich vermutlich ein Nachtlager habe: Sandwood Bay.

Zu diesem Ort gibt es gleich mehrere Legenden. Eine basiert auf den vielen Schiffen die in der Region verunglückten. So soll der Sage nach Nachts eine Gestalt in Seemannskluft die Ruinen an der Sandwood Bay heimsuchen.

Ebenfalls beliebt ist die Schottische Volkssage zu Each Uisge. Demnach soll dort ein Wesen, das oft in Gestalt eines Pferdes auftaucht, gerne mal Leute ertränken und dann verspeisen.

Kann man also schon einmal anfangen sich zu gruseln ;-).

Freitag, 5. September 2008

Doch ganz schön frisch draussen...

Seit einiger Zeit schau ich jeden Tag in den Wetterberich von Ullapool und Kinlochbervie. Und was seh ich heute Morgen auf Wetter.com:


Ullapool, Schottland

Also nehm ich ganz klar den Winterschlafsack mit. Ist doch schon recht frisch. Vermutlich liegt das daran, das die letzten Tage in dieser Ecke Schottlands recht klar und Wolkenlos waren und es dadurch so abkühlen konnte.

Grafik aus Wetter.com ausgeschnitten

Sonntag, 31. August 2008

Reiseroute 09/2008 - Ullapool - Cape Wrath

Nach vielfältiger Planung, umwerfung der selbigen und Neuplanung steht die Route jetzt fest:

Die Gesamtstrecke beträgt ca. 160 Kilometer, verteilt auf ca. acht Tage. Die Reiseroute ist natürlich nicht fix und kann bei schlechter Witterung, Hochwasser von Flüssen und ähnlichen Situation sich noch ändern.

Die grobe Route gibt es wieder zur Ansicht in Google Maps und Google Earth:

Link zu Google Maps
Link zum Download der KMZ-Datei (Öffnen mit: Google Earth)


18.09. Donnerstag
Am 18.09. beginnt die Tour mit dem Bustransfer von Strathpeffer nach Ullapool. Gegen 10.00 Uhr beginnt dann in Ullapool die eigentliche Tour. Es geht anfangs den Ullapool River hinauf in Richtung Osten. Vorbei am Loch Achall, Loch An Daimh und der Bothy Knockdamph folgt eine Flussquerung bei einer Furt und dann weiter zum Rappach Water. Dort in der Nähe der Bothy "Duag Bridge" wird das erste Nachtlager sein.
Tagesdistanz: 24km



19.09. Freitag

Weiter geht es Richtung Osten über die Oykel Bridge. Hier im dicht Bewaldeten Glen Oykel geht es über Pfade Richtung Norden in Richtung Assynt. Vorbei an Loch Ailsh ist hier das Nachtlager von Tag 2 - am Fuße des Ben More Assynt.
Tagesdistanz: 22km



20.09. Samstag

Der dritte Tag wird einer der anstrengendsten. Zuerst geht es auf die Munros Cornival (980m) und den Ben More Assynt (998m), von wo es eine atemberaubende Aussicht über die Landschaft geben sollte. Wieder runter von den Bergen, über einen Pfad Richtung Norden zum höchsten Wasserfall Großbritanniens - den Eas a'Chual Aluinn. In dem Umfeld steht auch das Lager von Tag 3.
Tagesdistanz: 21km


21.09. Sonntag
Vom Lager in der Nähe des Eas a'Chual Aluinn geht es weiter in Richtung Westen, bis ich auf die Landstraße A894 treffe. Hier muss ich leider der Straße einige Kilometer folgen, bis ich über den winzigen Ort Unapool nach Kylesku komme. Dort gehts nach einer Pause weiter über die Kylesku Bridge, welche das große Loch Kylesku überspannt.
Weiter über Pfade in Richtung NordOsten, wo ich im Niemandsland vor Loch Stack die nächste Nacht verbringen werde.
Tagesdistanz: 23km


22.09 Montag
Weiter bei Loch Stack über eine Brücke über den River Laxford einen Pfad entlang bis zum Fuße des Arkle. Hier verlasse ich den Pfad und Folge einem kleinen Flüsslein an der Ostseite des LochA'Garbh-Bhaid Mo'R (kein Klingonisch) vorbei. Auf der Westseite befindet sich ein Abfluss von zwei größeren Lochs, bei dem ich nicht weiß ob dieser Durchwatbar ist, daher die Route über die Ostseite. Weiter Nördlich gibt es eine Stelle wo große Steine im Wasser liegen, an der ich einen Fluss überquere und nun auf einem Weg zur Ortschaft Riconich bin.
Von dort muss ich der Straße bis Kinlochbervie folgen - 8 km - wenn möglich per Anhalter. Dort suche ich mir ein gemütliches Bed and Breakfast - ausgiebig Duschen und am nächsten morgen frisch gestärkt weiter.
Tagesdistanz: 24km (16km zu Fuß)

23.09. Dienstag
Frisch gestärkt geht es weiter über den letzten großen Sandstrand - Sandwood Bay. Je nachdem wie gut mir das hier gefällt, werde ich hier etwas pausieren und mich dann auf den Weg zur Bothy "Strath Chailleach" machen, wo ich die Nacht verbringen werde.
Tagesdistanz: 18km


24.09. Mittwoch
Weiter geht es in Richtung Norden, die Steilküsten entlang hoch bis Cape Wrath - dem eigentlich Ziel der Route. Hier am Leuchturm befindet sich der nördlichste Punkt des britischen Festlandes.
Von hier geht es weiter die Nordküste entlang bis zur nächsten Bothy "Kerveiag", welche direkt am Strand liegt.
Tagesdistanz: 17km


25.09. Donnerstag
Der letzt Tag der Tour: Heute steht der Weg nach Durness an. Es geht weiter die Küste entlang, den Kyle of Durness entlang bis zum River Dionard, wo es eine Brücke gibt. Von dort geht es wieder hoch bis Durness, von wo ich per Bus wieder nach Strathpeffer fahre. Dabei werde ich viele Orte die ich durchwandert habe, per Bus passieren.

Dienstag, 19. August 2008

Klimatischer Überblick

Schottland ist stark durch den Golfstrom geprägt und weisst für die Breitanlage ein gemäßigtes, ozeanisches Klima auf. Die dominierende Windrichtung ist Südwest. Bodenreibung und lokale Drucksysteme wirken verändernd auf das Windsystem ein. Die Häufigkeit starker Winde ist durch die Nähe zum atlantisches Ozean bedingt. Diese werden in Schottland "gale" genannt. Tage mit "gales" sind jene Tage an denen bei einer standadisierten Messhöhe von 10m über Bodenniveau über einen Zeitraum von 10 Minuten Windgeschwindigkeinten von ober über 17,2 m/sek gemessen werden können.

Die Niederschlagsverteilung in Schottland ist abhängig von der geographischen Lage. Während die westlichen Höhenzüge bis zu 3.000mm Niederschlag in Form von Regen oder Schnee pro Jahr verzeichnen, beläuft sich der Vergleichwert für die Ostküte auf ca.800mm (zum Vergleich: Bremen mit 693,9 mm Niederschlag pro Jahr) In weiten Teilen der Highlands muss mit ca. 250 Regentagen (mehr als 2mm Niederschlag / Tag) gerechnet werden. An den Ostküstesind es noch ca 175 Regentage.Größte Schneemengen können auf den Gipfeln der Höhenzüge gemessen werden. Insgesamt kann dort mit ca. 100 Schnee- und Graupeltagengerechnet werden, während die Küstenregionen noch ca. 20 verzeichnen.

Der dominante Westwindeinfluss und das Relief sorgen für einen relativ starken durchschnittlichen Bewölkungsgrad. Während in den Sommermonaten die tägliche Sonnenscheindauer am längsten ist, erreicht sie ihr Minimum im Dezember. Selbstverständlich ist dabei die unterschiedliche Tageslänge der wesentliche Bestimmungsfaktor, welcher durch die hohe Breitenlage bedingt wird.
In den Küstenregionen Schottlands zwischen April und September muss mit verstärkter Nebelbildung gerechnet werden. In den Wintermonatenkann es passieren das sich der gebildete Nebel im Tagesverlauf nicht auflöst.


Mittwoch, 13. August 2008

Husky Schlafsack "HUSKY"

Heute hatte ich zufällig den Schlafsack "Husky" in den Händen. Da ich von der gleichnamigen Marke "Husky Outdoor" bisher nicht viel gehört hatte und es auch nur recht wenig Erfahrungsberichte im Internet gibt, war ich schnell neugierig. Gerade die günstigen Preise und die professionelle Aufmachung der Produkte wirkt interessant.

Der Schlafsack verfügt laut Herstellerangaben über einen Komfortbereich von 2°C und einen Extrembereich von -10°.

Was zuerst auffällt: Miserable Verarbeitung. Überall hängen Fäden von schlechten Nähten. Ein ziehen an so einem Faden führt gleich zum Auflösen der Naht und teilweise wurde geradezu schludrig gearbeitet, das z.B. etwas Innenfutter durch die Naht durchragt. Nach "einmal mal reinlegen" in den Schlafsack, konnte ich viele kleine Gelbe Fäden von meiner Kleidung entfernen.

Vielleicht ergibt sich noch die Möglichkeit Bilder zu machen, dann werde ich noch einige Bilder einstellen.

Montag, 11. August 2008

Exped Vela I Extreme Footprint

Um den Zeltboden zu schonen, habe ich mir noch den Footprint, eine Folie mit den genauen Ausmaßen des Zeltes, für das Vela Extreme gekauft. Der Footprint hat Gummiösen, mit denen er befestigt werden kann. Werde ich die Tage nochmal ausprobieren. Wichtig ist, das der Zeltboden nicht unter dem Zelt hervorsteht, sonst läuft einem das Wasser direkt unter das Zelt. Das Material des Footprints scheint mir recht dünn, mal schauen wie es aussieht, nachdem das Zelt auf halbwegs rauhem Boden darauf gestanden hat.

Dienstag, 5. August 2008

Bothys und die Mountain Bothy Association

Überall in Schottland verstreut gibt es auch an den Entlegendsten Orten noch Schutzhütten, sogenannte "Bothys" (vom gaelischen "Bothan", was soviel wie "Hütte" bedeutet).



Diese Bothys sind oft alte Farmhäuser. Wenn auf großem Farmland z.B. Bedienstete oder Schäfer eine Unterkunft brauchten, wurden einfache Hütten konstruiert. Mit dem aufkommen von Geländefahrzeugen wurden diese Hütten quasi Überflüssig, so das auch diese Leute in zentralen Siedlungen wohnen konnten.

Anfang der 50er wurden diese Hütten dann von den ersten Wanderen wieder als praktische Unterkunft, in den doch oft recht ruppigen Highlands, genutzt. Schließlich bildete sich ein Verein, die Mountain Bothy Association, um sich um den Erhalt dieser Bothys zu kümmern.

Die Jahresmitgliedschaft kostet 20 GBP (umgerechnet ~ 25,50 €) und man unterstützt damit den Erhalt dieser Hütten. Wenn man Handwerklich begabt ist, kann man auch an "Working Parties" teilnehmen und damit aktiv mit eigenen Händen den erhalt dieser Hütten sichern.

Sonntag, 3. August 2008

Bergans Trolhetta Rucksack (75l)

Der Kauf eines Rucksacks ist immer schwierig, ähnlich wie Stiefel kaufen - denn jeder Rücken ist anders.

Bei mir fiel die Entscheidung damals nach einiger Recherche und einem zweistündigen Auffenthalt im örtlichen Outdoorladen mit dem Probetragen verschiedener Modelle auf den "Bergans Trollhetta 75l". Der Grund war damals in erster Linie "trägt sich am besten". Da ich auch vor dem Rucksack schon eine ganz gute Meinung von Bergans Produkten hatte, fiel mir die Entscheidung dann nicht schwer.



Der Rucksack verfügt über ein Hauptfach von rund 65l Volumen. Das Daypack erweitert das Volumen noch einmal um rund 10l. Das Daypack ist sehr gut in den Rucksack integriert. Einziger Nachteil: Das Daypack sitzt sehr weit vom Rücken weg, daher ist der Schwerpunkt ungünstiger und man sollte der Versuchung wiederstehen allerlei schwere Kleinteile wie Fotoapparat, Geldbörse und ähnliches darin zu transportieren. Ich habe das Fach z.B. für den Nässeschutz genutzt. Oder wollte es zumindest, aber das Schottische Klima im März lief darauf hinaus das ich den Regenschutz dauerhaft anhatte.



Das Daypack taugt sogar relativ gut als Tagesrucksack und hat in Inverness gute Diensste geleistet. Es trägt sich auch ganz angenehm am Rücken. Wenn es richtig festgeschnallt ist, ist der Zugriff auf das Hauptfach nur noch eingeschränkt möglich, da man den Reisverschluss vorne nicht mehr ganz öffnen kann.

Viele lassen das Daypack aber ohnehin zu Hause und nutzen den Rucksack so. Somit lassen sich auch noch mehrere Befestigungspunkte besser nutzen:



Rucksack vorn geöffnet:



Über den Rucksack auf der Front lässt sich der Rucksack komplett öffnen und man kommt gut an alles heran. Der Reissverschluss verläuft etwas verdeckt und sollte somit nicht sofort durchweichen. In der Frontpartie sind auch Kleinteilefächer mit Reisverschluss, sowie eine Aufnahme für ein kleines Trinksystem.



An beiden Seiten des Rucksacks gibt es jeweils eine kleine Reissverschlusstasche, sowie eine Netztasche mit Gummizug. Hier finden z.B. Flaschen platz. Beide Taschen lassen sich während des Tragens mit ein wenig fummelei nutzen. Mit etwas Übung kein Problem.



Oben in der Kappe des Rucksacks befindet sich innenliegend noch eine kleine Tasche, sowie ein großes Fach im Dach. Ebenfalls im Dach liegt eine Aufnahme für einen Nässeschutz für den Rucksack. Dieser ist mit Klettband fixiert und wird dann über den Rucksack gezogen und dann mit zwei Klettstreifen an den D-Ringen auf den Ansätzen des Hüftgurtes befestigt. Der Nässeschutz passt problemlos auch über den Rucksack wenn das Daypack vollgestopft und angebracht ist.
Der Nässeschutz kam mir allerdings sehr Dünn und empfindlich vor und hat schnell einige Blessuren bekommen, nachdem ich mit dem Rucksack einmal über Boden und Gestrüpp gestreift bin.



Rucksack mit Nässeschutz aufgezogen:



Die Rückenpolster des Rucksacks sind aus festem Schaumstoff. Gerade der Hüftgurt wirkt sehr massiv und ist aus sehr festem Schaum und gibt - richtig eingestellt - sehr guten Halt, damit der Rucksack gut auf der Hüfte sitzt. Die Schultergurte sind angenehm gepolstert und für meine Schultern gut geformt. Mit dem kleinen Spanner verrutscht er bei mir auch nicht und sitzt bequem.



Da man es nicht oft genug sagen kann: Jeder Rücken ist anders. Man kann den Bergans Trollhetta auch gut verstellen. Hinter den Polstern sieht man die Aluminium(?)-Schienen an denen sich die Rückenlänge noch einstellen lässt.



Fazit: Top verarbeitet, tolle Trageeigenschaften, viel Platz, brauchbares Daypack. Der Nässeschutz ist etwas empfindlich, kann aber sicher durch etwas robusteres Ersetzt werden. Der Preis kann aber etwas Schmerzhaft sein.

Samstag, 2. August 2008

Neue Stiefel: Lowa Tibet GTX

Nach den schlechten Erfahrungen mit den Blackhawk Stiefeln habe ich nun neue angeschafft. Nach Beratung im Laden und was Internetforen und vor allem meine Füße zu verschiedenen Stiefelmodellen meinten, habe ich mich entschieden die Stiefel "Lowa Tibet GTX" anzutesten.



Im Unterschied zu den Blackhawk Stiefeln handelt es sich bei den Lowa Tibet GTX um Lederstiefel. Das gesamte Obermaterial ist aus Leder, die Sohle aus Gummi. Hier ist von der Sohle auch noch eine umlaufende Gummilippe mit dem Obermaterial verklebt. Daher wird es hier hoffentlich nicht zu dem fatalen Ablösen der Sohle vom Rest des Schuhs kommen.



Als ersten Schritt werden die Stiefel jetzt eingelaufen, danach mehr.

Donnerstag, 24. Juli 2008

Sommer- und Tropenschlafsack: Snugpak Jungle Bag

Da der späte September noch als Spätsommer durchgeht, setze ich dieses mal auf einen Sommerschlafsack. Und zwar ein Modell von der hier in Deutschland relativ unbekannten Firma "Snugpak".

Jungle Bag, kurze Übersicht über die "Daten":
Gewicht: 750g
Komfortbereich: 7°C
Packmaße: 14x12cm



Der Schlafsack ist in olivgrün gehalten und verfügt über ein Moskitonetz. Ich denke das ist durchaus Sinnvoll für den September in Schottland. Das Moskitonetz ist sehr feinmaschig und kann natürlich auch geöffnet werden.



Da es im September in Schottland durchaus kälter werden kann als 7°C Komfortbereich, ich aber trotzdem nicht meinen Winterschlafsack "Carinthia Defence 4" mitnehmen möchte, da er sperrig und zu warm für die Jahreszeit ist.

Sinnvolle und einfache Lösung: Ein Schlafsackinlay. Aus Gewichtsgründen habe ich ein Seideninlay von der Marke "Cocoon" angeschafft. Dieser bringt noch einmal laut Verkäuferaussage und Verpacken 6°C zusätzliche Leistung, damit wäre ich bei einem Komfortbereich von 1°C, was ausreichen sollte.



Das Inlay hat Mumienform und ist für meine 185cm Körpergröße groß genug. Da es aus Seide ist, macht es einen recht zerbrechlichen Eindruck, ich hoffe es ist nach der Tour nicht vollkommen zerfetzt. Über Bändchen lässt es sich im Schlafsack fixieren.

Wenn es nochmal zu kühlen Nächten kommen sollte und sich Gelegenheit ergibt, werde ich den Schlafsack so noch einmal draußen testen.

Sonntag, 20. Juli 2008

Exped Vela I Extreme: Aufbaubilder

Da beim Exped Zelt "Vela I Exteme" keine Aufbauanleitung dabei ist (bei mir war keine dabei, andere Erfahrungen?) dachte ich mir, ich dokumentier den Aufbau mal in Bildern: Am Anfang steht man mit einem kleinen Paket da. Sieht einfach aus, ist es auch. In der Rolle befindet sich das aufgerollte Zelt und zwar Innen und Ausszelt gemeinsam. Es lohnt sich nicht die beiden zu trennen, gerade beim Aufbau bei Wind ist diese Konstellation ganz praktisch, aber dazu gleich mehr. Der erste Zustand: ein ausgerolltes Zelt und zwei Beutel mit Stangen, Heringen und Reparaturkit. Die Beutel am besten gleich mit den Gummizügen zusammen mit der Zeltverpackung verschnüren und irgendetwas darauflegen oder es an einem Strauch befestigen, damit es nicht wegfliegt. Als nächsten Schritt habe ich dann immer die kleinen Bögen vorn und hinten eingezogen. Im Grunde genommen müsste es auch passen, wenn man diese einfach in die Stoffösen lässt und mit aufrollt, dadurch erspart man sich das einfädeln und spart nochmal ein paar Sekunden beim Aufbau. Beim Einfädeln der Stangen darauf achten, das die roten Spannschnüre sich nicht damit verheddern. Am besten mit der dem Wind zugewandten Seite beginnen und dort dann gleich mit Heringen die Seite befestigen, dann fliegt das Zelt schonmal nichtmehr weg und der Wind kann nicht mehr so gut unter das Zelt packen. Nun die lange Stange zusammensetzen und durch den Kanal im Aussenzelt fädeln. Dabei sanft und vorsichtig vorgehen um das Aussenzelt nicht zu durchstoßen. Immer mit der Hand etwas nachführen, dann geht die Stange am einfachsten in den Kanal. Am Ende befindet sich eine Öse aus starkem Kunststoffgewebe, unbedingt darauf achten, das die Stange auch dort drin sitzt und nicht nebenher gleitet, sonst ist schnell ein Loch im Aussenzelt.Nachdem das Zelt mit der Stange gespannt ist, bin ich immer zuerst an die Seite von der der Wind weht gegangen und habe den Bogen hochgezogen und mit Heringen abgespannt. Damit ist das Zelt schonmal teilweise aufgebaut.Damit ist auch schon fast alles aufgebaut. Noch alles je nach Windstärke abspannen, straffen damit es nicht flattert und dann ist es schon gut. Öffnen kann man das Zelt nun über den Seilzug. Man zieht dadurch die ganze Zeltwand hoch und hat so bequem Zugang zum Innenzelt. Im Vorzelt kann man sogar noch praktisch köcheln. Das wars schon. Man kann sich noch den Zeltboden dazukaufen um den Boden des Innenzelts zu schützen. Dabei aber darauf achten, das der Zeltboden komplett unter dem Ausszelt verdeckt ist, damit das Regenwasser nicht unter das eigentliche Zelt läuft.

Im Zubehör ist noch ein Reparaturset mit kleinen Stücken Stoff in allen Zeltmaterialien (Folie Aussenzelt, Innenzelt und Boden) sowie eine Reparaturhülse für die Zeltstange, sollte diese einmal brechen. Die Reparaturhülse ist auch Sinnvoll ins Zelt integriert, so das man sofort daran kommt.


Sonstiges Zubehör: 10 Heringe, 6 "gerade" (Wie nennt man die?) und 4 gewinkelte die mehr halt bieten. Die 4 gewinkelten Heringe habe ich immer für die Stellen genutzt wo am meisten Last auf dem Zelt liegt und mit den 6 geraden alles was sonst noch abgespannt werden musste.




Beim Abbau quasi Rückwärts aufbauen. Ich hab es immer so gemacht, das ich z.B. bei sehr starkem Wind zuerst den Bogen abbauen würde und dann die Heringe auf der Windgewanden Seite entfernen würde. Dann das Zelt packen und mit dem Rücken zum Wind das Zelt aufrollen und verpacken. Das hat auch bei einem Stum in den Highlands gut funktioniert.

Nach diesem groben Muster habe ich das Zelt immer aufgebaut aber das geht sicher noch besser. Tipps sind immer Willkommen!

Mittwoch, 9. Juli 2008

Karten - ein kleiner Vergleich

Endlich habe ich es geschafft mal Vergleichsbilder eines Kartenausschnitts zu machen. Zum Einsatz kommt dabei eine Region Östlich von Loch Assynt. Und zwar den 998m hohen Munro "Ben Assynt" nahe des River Oykel.

Ordnance Survey Ranger Map 1:50.000
Diese Karte enthält schon sehr viele nützliche Details, wie z.B. Pfade. Der Konturenintervall dieser Karte beträgt 10m und ist trotzdem noch recht übersichtlich.
Man erkennt auf der Karte auch die sinnvolle Aufstiegroute von Westen her den River Traligill entlang (sogar noch mit Weg) und dann nördlich des Cornival den Berg hinauf. Felswände und Hänge mit Geröll sind auch auf der Karte eingezeichnet, also auf jeden Fall Interessante Informationen.





Ordnance Survey Explorer Map 1:25.000
Logischerweise lässt sich mit höherer Auflösung mehr Information Darstellen und dies sieht man auf den Explorer Maps sehr deutlich. Es sind deutlich mehr Flüsse und Bäche eingezeichnet, sowie die Namen von einigen Nebengipfeln, die auf der Rangermap nicht verzeichnet sind. Zusätzlich sind einige Pfade mehr zu entdecken. Der Nachteil ist natürlich, das im Normallfall weniger Gebiet durch so eine Karte abgedeckt wird.




Mapquest Map aus dem Topo-GB-Paket
Die Karten für mein Garmin Gerät. Diese Karten habe ich zur Planung meiner letzten Tour genutzt. Was leider total fehlt sind Wanderwege oder Schotterstraßen. Diese sind nur extrem selten verzeichnet. Da die Karten in Digitaler Form daliegen, lassen sie sich sehr gut zur Planung daheim am PC nutzen. Als einzige Referenz sollten sie nicht dienen.


Google Earth Karte der Region
Zum navigieren aufgrund der Qualität der Karten nicht zu gebrauchen, aber gut um einen Eindruck der Region zu erhalten. Hilfreich sind die vielen Placemarks in Google, z.B. die von http://www.walkhighlands.co.uk welche Wandertouren in Google Earth anzeigen. Um Ideen und Eindrücke zu Suche echt super.





Das Copyright der Karten liegt bei den jeweiligen Anbietern. Die Garmin-Karten sind Geld wert und die Ordnance-Survey Karten kann ich auch sehr zum Kauf empfehlen.

Donnerstag, 3. Juli 2008

Ordnance Survey Ranger und Explorer Maps im Vergleich


Inzwischen sind beide Karten verfügbar. Und zwar folgende:
  • Landranger Map #15 - Assynt & Lochinver, Kylesku & Ichnadamph
  • Explorer Map #442 - Loch Assynt, Lochinver & Kylesku
Zur Info: die Ordnance Survey Landranger Maps tragen den Maßstab 1:50.000 und die Explorer Maps den Maßstab 1:25.000.


Beide Karten sind... groß. Die Ranger Map deckt ungefähr einen Bereich von 40x40km ab, die Explorer Map geringfügig weniger, dies wird durch den beidseitigen Druck erreicht.

Der erste Eindruck der Karten ist sehr gut, der Detailreichtum der Explorer Maps beeindruckt und ist logischerweise aufgrund der höheren Auflösung genauer als die Landranger Maps. Beide Karten stellen die sonst von mir verwendeten "Mapsource Maps" deutlich in den Schatten. Zwar sind Höhenprofile, Wälder, Flüsse & Bäche auch vermerkt, aber gerade Pfade, Felsklippen und ähnliche Informationen fehlen darin. Für die Routenplanung finde ich die MapSource-Karten allerdings auch sehr hilfreich.

Eigentlich wollte ich die Explorer Map von der Region um Cape Wrath bestellen, hatte aber einen kleinen Fehler gemacht. Dafür hab ich jetzt den direkten Vergleich. In Schottland bekommt man diese Karten übrigens in jedem halbwegs sortierten Buchladen. Die Explorer Maps liegen preislich bei 7,99 GBP, die Landranger Maps sind einen Pfund günstiger (6,99 GBP).

Bei gelegenheit werde ich nochmal versuchen mit einer Digitalkamera Vergleichsbilder von einem Kartenausschnitt zu machen.

Montag, 30. Juni 2008

Ranger Maps und Explorer Maps

Nach den letzten Erfahrungen ist es besser sich auf verschiedene Karten zu verlassen. Beim letzten mal habe ich in erster Linie die Topographischen Karten von MapSource verwendet, welche ich auch auf meinem Garmin GPSMAP 76Csx gespeichert habe.

Nach vielen guten Berichten über die Karten von "Ordnance Survey" habe ich fix bei Amazon von der betreffenden Region zwei Karten, einmal Cape Wrath und Durness in 1:50.000 und einmal Loch Assynt als Explorer Map in 1:25.000 bestellt. Ich bin sehr gespannt auf die Qualität der Karten.

Wenn der Maßstab 1:50.000 reicht, würde ich davon noch zwei weitere Karten für die Planung kaufen. Mitnehmen würde ich die Karten nur Auszugsweise - auf Folie kopierte Ausschnitte. Die wichtigsten Punkte werde ich wieder in meinen GPS-Empfänger übertragen.

Ansonsten habe ich noch einmal den Dienst von "anquet.co.uk" in Augenschein genommen. Die Qualität der Karten scheint sehr gut zu sein, nur mit 100 GBP für die Karten der Northwestern Highlands in 1:25.000 recht kostspielig. Eventuell aber noch einmal einen Gedanken wert. Auf der Webseite lässt sich Demomaterial herunterladen und dieses wirkt vielversprechend.

Sonntag, 29. Juni 2008

Klima im September/Oktober

Da meine Tour Ende September stattfindet, plane ich gerade meine Ausrüstung für die Tour. Im September an der feuchtere Westküste muss ich mit Temperaturen zwischen 5 und 15 °C rechnen. Frost ist eher unwahrscheinlich. Das macht die Ausrüstung schonmal deutlich leichter als im März.
Beim Schlafsack werde ich wahrscheinlich wieder auf den Carinthia Defence IV zum Einsatz.

Wind ist gerade an der Westküste immer reichlich vorhanden. In den Northwestern Highlands werden an rund 30 Tagen im Jahr Windstärken in den "Gale Winds" gemessen (63-89 kmh konstante Windgeschwindigkeit). Das ist nach den Erfahrungen der letzten Tour auch wieder ein Thema.

Mit Niederschlag muss ich an der Westküste im Grunde genommen Täglich rechnen. Laut Wetterstatistik regnet es im September an 20 von 30 Tagen (Niederschlag > 1mm).

Mittlerweile ist auch ein toller Sommerschlafsack "Snugpack Softie Elite 1" verfügbar. Dieser wird aber schon zu kühl sein, aber eventuell mit Fleece-Inlay nutzbar sein, werde ich nochmal prüfen. Dieser Schlafsack wiegt nur rund 1000g und hat auch gleich ein Moskitonetz integriert. Ich werde den Schlafsack nochmal in einem separaten Artikel beschreiben.

Die Flüge sind gebucht und der Tourzeitraum steht auch fest. Die Tour wird jetzt im September von ca. 18.09 bis 28.09 stattfinden. Je nachdem welche Abstecher ich unterwegs noch vornehmen werde beträgt die "Outdoorzeit" 7-11 Tage. Freude =)

Freitag, 27. Juni 2008

Planungen für die Herbst-Tour begonnen

Es kann wieder los gehen. Termin steht fest. Urlaub ist eingereicht. Flug (so gut wie) gebucht.

Am 17. September gehts los und am 03. Oktober gehts zurück. Geplant ist dieses mal eine Tour an die Nordspitze Schottlands, zu "Cape Wrath". Dieses mal wird die Tour etwas länger, nach den rund 4 vollen Tagen der letzten Tour wird diese Tour nach dem jetzigen Planungsstand 7 bis 10 Tage in Anspruch nehmen.

Details später.


Dienstag, 8. April 2008

Tagestour zum Blackwater River

Nein, der Fluss gehört nicht einer äußerst fragwürdigen Söldnerfirma (vielleicht würden die ja die Highland Rednecks einstellen?) Die Route war eigentlich vollkommen ungeplant. Christian und Anita waren zu Arbeit und ich hatte noch Zeit für eine Tagestour. Also war der Plan eigentlich einfach nur nach Norden bis zur Bahnlinie vorzustoßen "und einfach mal gucken was da ist". Also bin ich gegen 08:00 Uhr morgens mit dem kleinen Daypack, GPS, Kamera einem Päckchen Kekse und einer Wasserflasche aufgebrochen. Erstmal von Strathpeffer den Hang hinauf durch einen kleinen Pfad an einem Golfplatz entlang. Hinter dem Golfplatz traf ich auf einen Weg, oder zumindest sowas ähnliches in Nass. Da es in der Nacht gefroren hatte war die Matsche wenigstens teilweise Hartgefroren und ich kam gut voran. Nach zwei Wegbiegungen sah ich jemanden vor mir, der ein Fahrrad den Weg entlangschob. Kurze Zeit später hatte ihn den älteren Mann eingeholt und hatte mich kurz mit ihm unterhalten was es Interessantes in der Nähe zu sehen gibt - die Blackwater Falls. Kurz über Richtung und Entfernung unterhalten, mit GPS die Richtung angepeilt und los ging es.

Das Gelände war dicht bewaldet, auch mal schön zur Abwechslung. Zusätzlich kam auch noch die Sonne raus und es wurde richtig schön warm. Zeitweise folgte ich über Forstwege, wie diesen hier:
Rechts sieht man eine Brache Fläche. Diese Fläche wurde von einem Sturm vor einiger Zeit komplett umgeworfen. Forstarbeiter hatten zwar schon vieles weggeräumt aber es lag immer noch viel Windwurf am Hang.

Das schöne an GPS-Navigation ist: Man kann sich fast nicht verlaufen. Zwar sollte man sich bei längeren Touren nicht ausschließlich darauf verlassen, aber da ich nur eine Tagestour im näheren Umkreis machte, bin ich diesmal nur nach GPS über kleinste Pfade im Wald gelaufen.

Der Fluss war dann nach rund fünf bis sechs Kilometern erreicht. Und er war wirklich schwarz. Christian hatte mir vorher schon mal Bilder von einem Sommerausflug an den Fluss gezeigt.

Ein paar hunder Meter Flussabwärts waren auch schon die Blackwater Falls erreicht. Hier stürzt der Blackwater River einige Meter gelb schäumend in die Tiefe. Seitlich ist eine Fischtreppe angebracht an der sich zur Laichzeit der Lachse die Wanderung der Fische beochbachten lässt. Dies zieht dann auch massiv Touristen an und ist überregion bekannt.





















Nach einer kurzen Rast und einem kurzen Spaziergang um die Gegend rund um die Fälle gings auch schonwieder zurück. Dabei gings fast den selben Weg zurück den ich gekommen bin. Für einen kurzen Abschlussausflug eine gelungene Tour.


Sonntag, 6. April 2008

Endspurt, Tag 4, 13.03.08

Die Nacht in der Bothy war zwar kühl, aber trotzdem eine wohltat. Mehrfach hörte man nachts den Wind um das Gebäude fegen und das laute prasseln von Hagelkörnern auf dem Blechdach. draußen wäre die Nacht zwar auch zu Überstehen, das Ufer des nahen River Ling bietet trockene Sandbänke mit festem Untergrund, welche einen guten Zeltplatz ergeben hätten.

Aber ein Feldbett in einem Windgeschützten, trockenem aber klammen Gebäude ist doch schon ein nicht zu verachtender Luxus in dieser Situation, was von mir gern angenommen wurde. Einfach allein schon die Möglichkeit sich mal richtig auszubreiten und nicht in dem beengendem Zelt zu sitzen war angenehm.


Am Abend hatte ich noch mit dem GPS meine weitere Route geplant. Gut 12km Luftlinie von meiner Position war die Ortschaft "Kililan". Zwar eine Abweichung von meiner geplanten Route, aber Vorerkundungen am Vorabend hatten ergeben das diese Route bedeutend einfacher ist. Alternativ hätte ich direkt am frühen morgen sofort eine Flussdurchquerung machen müssen, wonach es mir überhaupt nicht Stand.

Nach 4 Tagen ohne einen Menschen zu sehen, war der Gedanke wieder Menschen zu sehen schon sehr sehr verlockend. Die Route sah auf dem GPS ganz angenehm aus, sie führte einen Glen hinauf und wieder hinab in einen großen Glen, welcher sich bis zum Atlantik schlängelt und sich dort im "Loch Long" öffnet.



Direkt nach dem Aufstehen erstmal die Klamotten, die ich zum trocken aufgehängt hatte, kontrolliert. Alles was nass war ist immer noch feucht, der Rest ist klamm. Mist. Also erstmal rein in die Klamotten um wieder warm zu werden. Die Socken sind zwar auch noch feucht, aber leider gibt es keine alternative als die anzuziehen. Habe auch gleich eine mentale Notiz abgelegt - nächste Mal ruhig zwei paar Socken mehr mitnehmen und mir eine Idee zum trocknen überlegen. Mit kalten Füßen in den noch kalten Stiefeln erstmal runter zum Fluss. Ein zaghafter Versuch sich mit dem eiskalten Wasser zu waschen - wenigstens wurde man davon Wach, aber richtig! Gleich auch Wasser für den Kaffee besorgt und das Frühstück, bestehend aus Müsliriegeln, Shortbread-Keksen und Kaffee zu mir genommen.

Das zusammenpacken des ganzen Krempels dauerte an diesem Tag auch länger, da ich den Rucksack komplett ausgepackt hatte. Also dauerte es bis gut 07:30 bis ich unterwegs war. Als ich die Hütter verließ und mich Richtung Norden den Berg hinauf machte, stieß ich schon nach kurzer Zeit auf eine Versorgungsstraße. Zwar in miserablen Zustand, aber ein Weg der in genau meine Richtung führt. Also gleich hinterher.


Mittlerweile hatte ein Schneeregen eingesetzt. In der Nacht hatte es anscheinend auch geschneit, denn überall lagen noch vereinzelte Schneereste. Durch die Regen und Hagelschauer der letzten Nacht bildeten sich überall Bäche. Selbst die beiden Reifenspuren der Versorgungsstraße dienten als Abfluss für die Wassermassen. Die Straße war weiter oben teilweise komplett von dem Flüsschen weggespült. Was früher vielleicht mal eine Furt war, ist jetzt kaum noch zu erkennen.


Hier auch noch ein recht beeindruckendes Bild, ganze Hügel werden langsam aber sicher vom Fluss abgetragen. Jedes Jahr verändert die Landschaft ihr Bild.


Teilweise ließ sich der Erosionsprozeß live miterleben. Am Ufer des Baches unterspülte das Wasser den Torf und große Brocken waren in das Bachbett gestürzt. Für mich sehr praktisch, da diese ballen meist eine Sichere Trittfläche für einen Flussdurchquerung per großem Sprung boten. Mittlerweile kamen wieder einige kräfte raubende Anstiege und Schnee und Eis wurden wieder verstärkt zu einem Begleiter. Wenigstens ist die dünne Schicht aus Neuschnee nicht besonders dick und der Boden darunter auch nicht Glatt, so komme trotzdem gut und schnell voran.

Nach zwei Stunden war dann der höchste Punkt überschritten und das Wasser floß wieder in die andere Richtung ab. In der Ferne sieht man das Tal, welches mich zu meinem Ziel führen sollte - direkt an die Atlantikküste, wenige Kilometer südlich von Kyle of Lochalsh.



Wieder ist die Straße teilweise weggespült oder führt durch tiefe Furten. Aber glücklicherweise sind die Bäche nie so tief, das man sie nicht mit etwas Geschick per zwei Sprüngen überwinden konnte. Gerade an Stromschnellen und Wasserfällen gibt es immer irgendwo Einschnürungen oder einfach große Rauhe Felsen die sich quasi anbieten. Anderswo hat ein Erdrutsch die Straße halb verschüttet:


Ins Tal hinabgestiegen wird der Weg wieder deutlich besser. Etwas weiter die Straße runter fuhr ein Traktor und ein Geländewagen den Weg entlang - Menschen! Die Fahrer Grüßen freundlich und ich setze meinen Weg fort. Inzwischen laufe ich direkt auf den Atlantik zu, das Wetter wird immer unbeständiger. Im Stundentakt springt das Wetter zwischen Sonnenschein/Wolkenbruch/Schneeregen. Faszinierend.

Den Weg den man oben sieht bin ich für den Rest des Tages gefolt - immer weiter und weiter. Hier und da sah man Futterstellen mit frischem Heu für das viele Rotwild das hier umher läuft. Zwar haben die Tiere ein beeindruckendes Geweih, sind aber sehr scheu. Sie halten immer einen gleichmäßigen Abstand zu mir. Und man wird jedesmal von allen Tieren der Herde angestarrt. Ein etwas seltsames Gefühl

Wenige Minuten später kam die Sonne heraus. Und zwar mit Wucht. Regenjacke auf, Fleecejacke auf, alle Belüftungsöffnungen an der Jacke geöffnet. Eine Wohltat :-)

Allerdings sollte das nicht lange vorhalten. Man sieht immer schon eine neue Wolkenfront in das Tal hineindrücken - wird kurz mit einem starken Regenschauer eingedeckt nur um 15 Minuten später wieder mit Sonnenschein verwöhnt zu werden.
Hier zwei Bilder von der selben Position direkt nach einem solchen Regenschauer aufgenommen. Links der Blick zurück, rechts der Blick nach vorn.



Im Sonnenschein ist die Landschaft einfach nochmal doppelt so schön.
Kurze Zeit später wurde der Weg den ich folgte zu einer Asphaltieren Straße. Zwar nichtmehr so spannend, aber es war ja schließlich der Endspurt.

Aber halt! So einfach sollte es nicht werden. Es kam noch ein letztes Hindernis. Und zwar ein Respekteinflößendes. Die Straße führte durch ein offenes Gehege auf dem Schottische Highland-Rinder standen. Die Tiere haben eine beeindruckende Größe und noch beeindruckendere spitze, lange Hörner. Und wieder einmal starren einen rund 30 Tiere stoisch an, und mein Weg führte dummerweise genau zwischen den Tieren hindurch. Also den Mut zusammengenommen und vorsichtig und ruhig zwischen den Tieren hindurchgegangen. Natürlich nicht ohne vorher mögliche Fluchtpunkte auszuspähen - ein Bächlein mit steilen Ufern, da wär ich zur Not hineingehüpft, hätte mich ein Tier angegriffen. Letzendlich begnügten sich die Tiere aber damit mich weiterhin anzustarren bis ich außer Sichtweite war.


Etwas weiter die Straße hinab konnte man den Ort "Kilillan" schon erkennen. Juchu! Der Ort war letztendlich winzig, maximal zwanzig Gebäude und eine Telefonzelle. Diese funktionierte natürlich nicht. British Telecom :-)
Etwas hinter Kilillan traf ich auch wieder auf den River Ling, dem ich anderfalls ein ganzes Stück gefolgt währe.

Mit jedem Schritt komme ich dem Meer näher, inzwischen liegt auch der Geruch von Salzwasser, Algen und Seeluft in der Nase. Am Kiesstrand mache ich eine kurze Pause, nichtmehr weit und ich bin an einer größeren Straße. Mein rechter Fuß tut inzwischen weh, die Nassen Socken fordern ihren Tribut und an der Hacke hat sich eine große Blase gebildet. Mit dem erreichen der nächsten größeren Straße geht auch meine Tour zuende. Per Tramping überwinde ich die letzten 15 Straßenkilometer bis Kyle of Lochalsh. Es hatte keine fünf Minuten gedauert eine Mitfahrgelegenheit zu finden - ein enorm großer asiatischer Pick-Up Truck, wie sie hier massenhaft zu sehen sind. Man könnte denken man ist in Texas ;-).
Witzigerweise stellt es sicher heraus, das mein Freundlicher Fahrer der "District Manager" für das Gebiet um Kyle of Lochalsh ist, also ein Beamter der sich um alle möglichen angelegenheiten des öffentlichen Interesses in der Umgebung kümmert. Dem konnte ich auch gleich die defekte Telefonzelle in Kilillan melden. Nach den Tagen war es auch einfach schön jemand zum reden zu haben. Ich hoff ich hab den nicht zusehr genervt ;-).
Nach zwei Stunden Aufenthalt in der Stadt ging es dann auch mit der Scotland Rail zurück nach Dingwall und von dort mit dem Taxi nach Strathpeffer. Christian und Anita schauen nicht schlecht als ich schon am Abend des vierten Tages ankomme. Wieder in einem richtigen Bett zu schlafen war schön.

Als nächstes: Inverness und demnächst: Tagestour zum Blackwater River